ArchiCAD und Vectorworks gehören zu den etablierten Werkzeugen im BIM-gestützten Entwurfs- und Planungsprozess, verfolgen dabei jedoch unterschiedliche Ansätze. ArchiCAD arbeitet mit stark vorgegebenen Strukturen und Arbeitsweisen. Vectorworks dagegen mit grosser gestalterischer Freiheit, hoher grafischer Kontrolle und einem offenen, flexiblen Datenmodell. Diese Ausrichtung macht sich im Projektalltag deutlich bemerkbar. Insbesondere bei individuellen Darstellungsanforderungen sowie bei der vielseitigen Auswertung von Modellen und Informationen.
ArchiCAD kennen Sie
Vectorworks erweitert Ihren Spielraum
Viele Architekturbüros arbeiten seit Jahren erfolgreich mit ArchiCAD. Die konsistente Systemlogik, parametrische Bauteile und klar geführte Workflows unterstützen eine strukturierte Planung und sorgen für Verlässlichkeit im BIM-Modell.
Im Projektalltag zeigen sich jedoch Anforderungen, die über diese Strukturen hinausgehen. Individuelle Entwürfe, hohe grafische Ansprüche oder die flexible Organisation von Daten lassen sich nicht immer ohne Zusatzaufwand abbilden.
Vectorworks verfolgt hier einen anderen Ansatz. Präzises CAD-Zeichnen, freies 2D- und 3D-Modellieren sowie BIM-Funktionalitäten greifen in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung ineinander. Anstelle starrer Systemvorgaben stehen Kontrolle über Geometrie, Darstellung und Daten sowie ein offenes Verständnis von BIM im Vordergrund.
Die Stärken von Vectorworks
Was Vectorworks ArchiCAD-Anwender:innen bietet
- Präzises Arbeiten mit jederzeit sichtbaren Koordinaten und Abmessungen
- Klassen und Stile für eine klare Trennung von Organisation und Darstellung
- Freies 2D- und 3D-Modellieren ohne Werkzeugbeschränkungen
- Hohe grafische Qualität für Pläne, Wettbewerbe und Präsentationen
- BIM ohne Zwang dank offenem Datenmanagement
- Leistungsstarke Werkzeuge für Umgebungs- und Landschaftsplanung
ArchiCAD vs. Vectorworks
10 Entscheidende Unterschiede
Ebenen &
Klassen
So arbeitet ArchiCAD
Zusammengehörende Elemente wie Bemaßungen, Möbel oder Symbole werden häufig gemeinsam auf Ebenen organisiert. Ebenen besitzen keine grafischen Eigenschaften und dienen primär der Strukturierung.
So arbeitet Vectorworks
Vectorworks trennt Organisation und Darstellung konsequent. Ebenen strukturieren das Modell, Klassen steuern Darstellung, Attribute, Sichtbarkeiten und IFC-Typen. Über Klassenstile lassen sich grafische Eigenschaften zentral definieren und projektweit ändern.
Ihr Vorteil
Einheitliche Pläne, klare Bürostandards und schnelle Anpassungen ohne manuelle Nacharbeit.
Geschosse &
Referenzhöhen
So arbeitet ArchiCAD
Bauteile werden einem Geschoss zugeordnet und können manuell versetzt werden. Zusätzliche geschossbezogene Referenzhöhen sind nur eingeschränkt möglich.
So arbeitet Vectorworks
Vectorworks arbeitet mit frei definierbaren Geschoss- und Referenzhöhen wie Oberkante Rohdecke, Fertigboden oder Unterkante Decke. Alle Bauteile – auch eigene Symbole – sind direkt daran gekoppelt und passen sich automatisch an.
Ihr Vorteil
Konsistente Schnitte, automatische Koten und weniger Fehler bei Planänderungen.
Koordinaten &
Kontrolle
So arbeitet ArchiCAD
Koordinaten einzelner Bauteile sind nicht permanent sichtbar und müssen gezielt abgefragt werden.
So arbeitet Vectorworks
Die Infopalette zeigt jederzeit Koordinaten, Abmessungen und Lageinformationen aller aktivierten Objekte an – auch bei Mehrfachauswahl.
Ihr Vorteil
Volle Kontrolle über Positionen und Geometrien, insbesondere bei Achsen, Stützenrastern und Koordinationsaufgaben.
Arbeiten im
3D-Modell
So arbeitet ArchiCAD
Mehrere Ansichten desselben Projekts können geöffnet werden, sind jedoch nicht immer vollständig synchron. Einige Werkzeuge sind an bestimmte Ansichten gebunden.
So arbeitet Vectorworks
Alle Ansichten greifen auf dasselbe Modell zu, sind stets synchron und zeigen aktivierte Objekte überall an. Sämtliche Werkzeuge funktionieren in 2D und 3D gleichermassen.
Ihr Vorteil
Ein Modell, ein Arbeitsraum – ohne Einschränkungen oder Medienbrüche.
Wiederkehrende
Elemente
So arbeitet ArchiCAD
Wiederkehrende Elemente werden über Hotlinks organisiert, die in separaten Dateien verwaltet werden müssen.
So arbeitet Vectorworks
Vectorworks nutzt Symbole für alle wiederkehrenden Objekte. Diese werden direkt im Modell bearbeitet, zentral verwaltet und können projektübergreifend wiederverwendet oder referenziert werden.
Ihr Vorteil
Einfachere Pflege, konsistente Änderungen und weniger externe Abhängigkeiten.
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Textformate &
Beschriftung
So arbeitet ArchiCAD
Projektweite, zentral steuerbare Textstile stehen nicht zur Verfügung.
So arbeitet Vectorworks
Textstile werden zentral im Zubehör-Manager definiert. Änderungen wirken sich automatisch auf alle Texte mit demselben Stil aus.
Ihr Vorteil
Einheitliche Beschriftungen und einfache Umsetzung von Bürostandards.
Grafische
Möglichkeiten
So arbeitet ArchiCAD
ArchiCAD eignet sich für saubere, technisch korrekte Pläne mit begrenzter grafischer Feinsteuerung.
So arbeitet Vectorworks
Vectorworks bietet umfassende Kontrolle über Linien, Farben, Transparenzen, Schraffuren und Texturen. Bilder und Renderings lassen sich direkt im Plan weiterbearbeiten.
Ihr Vorteil
Hochwertige Pläne und Präsentationen ohne zusätzliche Grafiksoftware.
3D-Modellieren
So arbeitet ArchiCAD
Freie Formen werden über das Morph-Werkzeug erstellt, klassische Volumenkörper sind nur eingeschränkt verfügbar.
So arbeitet Vectorworks
Vectorworks kombiniert drei Modelliermethoden: CSG für Volumenadditionen und Subtraktionen - inklusive Historie, NURBS für präzise Freiformen und Subdivision für organische Geometrien – inklusive Historie.
Ihr Vorteil
Mehr Freiheit im Entwurf – vom einfachen Volumen bis zur komplexen Sonderform.
BIM-Bauteile &
Stile
So arbeitet ArchiCAD
Häufig genutzte Konfigurationen werden als Favoriten gespeichert, dienen aber primär der Erstellung neuer Bauteile.
So arbeitet Vectorworks
Bauteilstile definieren, welche Parameter pro Objekt fix und welche variabel sind – und steuern das Objekt auch nach der Platzierung im Modell.
Ihr Vorteil
Konsistente Bauteile bei gleichzeitiger Flexibilität im Entwurf.
Datenmanagement
So arbeitet ArchiCAD
Daten werden über verschiedene Manager und Klassifikationen verteilt organisiert.
So arbeitet Vectorworks
Alle Daten werden zentral im Datenmanager gesteuert: IFC-Typen, projektspezifische Datenbanken, automatische Zuweisungen und individuelle Datensets.
Ihr Vorteil
Volle Datenkontrolle, klare BIM-Strukturen und effiziente OpenBIM-Workflows.
Vectorworks
Die flexible Alternative für ArchiCAD-Anwender:innen
Vectorworks verbindet strukturiertes BIM mit gestalterischer Freiheit, hoher grafischer Qualität und einem offenen Datenmodell. Ideal für Büros, die ihre Arbeitsweise nicht an starre Systeme anpassen wollen.
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Häufig gestellte Fragen – ArchiCAD vs. Vectorworks
Entscheidend ist die gewünschte Arbeitsweise im Büro.
Während manche Planungsprozesse stark systemgeführt ablaufen, setzen andere Büros auf flexible Modellierung, individuelle Darstellungen und offene Datenstrukturen.
Vectorworks eignet sich besonders für Teams, die Entwurfsfreiheit, grafische Kontrolle und ein anpassbares BIM-Modell kombinieren möchten.
Ja. Vectorworks bietet eine vollständige BIM-Umgebung mit präzisem CAD, freiem 2D- und 3D-Modellieren sowie offenem Datenmanagement.
Für Büros, die ihre Arbeitsweise nicht an starre Systemvorgaben anpassen möchten, kann Vectorworks den gestalterischen und organisatorischen Spielraum erweitern.
Vectorworks verbindet BIM-Funktionalität mit freiem Modellieren.
Geometrien lassen sich ohne Werkzeugbeschränkungen entwickeln – von klassischen Baukörpern bis zu komplexen Sonderformen.
Gleichzeitig bleiben alle Daten vollständig BIM-integriert und auswertbar.
In Vectorworks werden alle Informationen zentral im Datenmanager gesteuert.
IFC-Zuweisungen, projektspezifische Datensätze und automatische Klassifikationen lassen sich individuell definieren.
Das ermöglicht klare Strukturen bei gleichzeitig hoher Anpassungsfähigkeit.
Vectorworks arbeitet mit offenen Standards wie IFC und bietet transparente Steuerungsmöglichkeiten für Datenaustausch und Klassifikationen.
Durch das offene Datenmodell lassen sich projektbezogene Anforderungen flexibel umsetzen – auch in interdisziplinären Teams.
Vectorworks erlaubt umfassende Kontrolle über Linien, Transparenzen, Texturen und Schraffuren.
Pläne, Wettbewerbsdarstellungen und Präsentationen entstehen direkt aus dem Modell heraus – ohne Medienbruch.
Das spart Zeit und erhöht die gestalterische Qualität.
Vectorworks trennt konsequent zwischen Modellstruktur und Darstellung:
- Ebenen strukturieren das Projekt
- Klassen steuern Attribute, Sichtbarkeiten und IFC-Typen
Diese klare Trennung erleichtert Bürostandards und projektweite Anpassungen.
Ja. Vectorworks kombiniert mehrere Modelliermethoden:
- Volumenkörper mit Historie
- NURBS-Modellierung
- Subdivision-Technologie
Dadurch lassen sich sowohl technisch präzise als auch organisch geformte Modelle effizient entwickeln.
Vectorworks ermöglicht strukturierte BIM-Workflows mit Bauteilstilen und Standards, ohne die gestalterische Freiheit einzuschränken.
So können Büros ihre eigene Arbeitsweise definieren – statt sich an starre Vorgaben anzupassen.
Vectorworks ist besonders geeignet für:
- Architekturbüros mit starkem Entwurfsfokus
- Büros mit hohen grafischen Ansprüchen
- Projekte mit komplexen Geometrien
- interdisziplinäre Planung (Architektur, Landschaft, Innenräume)
- Teams mit OpenBIM-Ausrichtung
Alle Ansichten greifen auf ein zentrales Modell zu.
Koordinaten, Abmessungen und Objektinformationen sind jederzeit sichtbar und editierbar.
Das erhöht die Kontrolle im Modell und reduziert Abstimmungsaufwand.
Ja. Vectorworks lässt sich in bestehende Planungsprozesse integrieren und unterstützt internationale Standards.
Durch flexible Datenstrukturen können Bürostandards individuell definiert und weiterentwickelt werden.